Sonntag, 1. April 2012

Singapur - Kuala Lumpur

Der Sinn des Reisens besteht darin, die Vorstellungen mit der Wirklichkeit auszugleichen und anstatt zu denken, wie die Dinge sein könnten, sie so zu sehen, wie sie sind!

Über 7 Monate sind wir nun schon unterwegs und haben immer wieder festgestellt, wie sehr sich unsere bisherigen Vorstellungen von der Realität unterschieden haben. Man kennt vieles nur vom Hörensagen, doch das Wesentliche besteht doch darin, sich die Dinge mit eigenen Augen einmal angeschaut zu haben. Bewusst haben wir Asien ans Ende unserer Reise gesetzt und sind von West nach Ost gereist – wir freuen uns auf weitere Kulturen, die so gänzlich unterschiedlich sind von unserer! Eines ist sicher, so wie es DAS Südamerika nicht gibt, wird es auch in Asien völlig verschieden sein. Wir starten in Singapur und Kuala Lumpur, dem Asien für Anfänger.

Wir landeten am frühen Abend also in Singapur, dort angekommen fanden wir einen muffigen Herren hinter der Rezeption und einen noch muffigeren Treppenaufgang in den zweiten Stock, das Zimmer entpuppte sich dann als Kammer ohne Fenster mit Stockbett – man könnte es auch Zellen nennen ;-)
Am nächsten Tag hatten wir dann den ersten Freilauf…wo wir ein bisschen planlos durch die Stadt spazierten und fuhren. Immer auf der Suche nach einem Reiseführer für den Nordosten von Asien, oder einem guten Kaffi.
Singapur ist ein unglaublicher Mischmasch aus Kulturen und Religionen aller Art, die mehr oder weniger in ihren eigenen Vierteln leben – so entsteht ein Mix aus westlicher Grossstadt mit hochmoderner Massiv-Rapid-Transportbahn, der vollautomatischen U-Bahn, wo neben Schwarzfahren auch Selbstmord schwierig wird, da die U-Bahn an exakt den geöffneten Glastüren hält und somit keiner vorher „aus Versehen“ auf die Geleise fallen kann. Auf den Strassen wird geputzt wie wild und sogar mit einem mobilen Staubsauger gesaugt, auch wenn eh schon alles schön geleckt aussieht. Englisch ist Amtssprache, es gibt an jeder Ecke einen Starbucks, McDoof, Shopping-Malls und sonstigen bekannten Kram. Die Ampeln zeigen in Sekunden wie lange man noch rüber kann, bezahlt wird selbstverständlich mit Kreditkarte und es werden für alle erdenklichen Dinge Strafen ausgesprochen.

Auf dem Boden der Metro könnt ihr Teig ausrollen so sauber ist er. Überigens dürfte ich hier nicht sitzen, ist mir aber nach dem Flugmarathon nach Singapur egal!
Überall hängen diese und andere Schildchen.
Satte Luftfeuchtigkeit - gefühlte 100% bei 34°.
Noch Fragen? (Hier ist kein Klebstoff im Spiel!)
Marsch vorbei an Littel India...
...Chinatown...
...und Millionen von Klimaanlagen. :-/
Weil kein Platz vorhanden ist wird die Wäsche horizontal an ein Stab gehäng.
Hier wäre für die Firma Stewi noch Potential vorhanden.
Zeit für ein Chicken, welches dann ...
...so auf unseren Teller landet. Lecker für 2.50.--.

Nebenan in Chinatown überschlagen sich die Händler und die Touristen, in Little India geht’s zu wie auf dem Basar und überall können wir neue Düfte einatmen, Frauen tragen Saris, in Arab Street ist plötzlich alles Arabisch und im Malaysischen Viertel gibt es koscheres Essen. Was aber das faszinierendste ist in Singapur, DIE NACHT, wo sich alle Hochhäuser in ein nimmer endendes Lichtermeer verwandeln , ich könnte da stundenlang einfach nur am Ufer der Marina Bay sitzen und die ganzen, mit Lichter überfluteten, Gebäude anstarren.

Eine der endlosen Shopping-Malls.
Blickfang von Singapur ist aber dieses Gebäude - 3 Türme mit einem Raumschiff oben drauf!!! Krass nicht?
Und von eben diesem Schiff sieht die Stadt dann so aus ... wow!
Unten am Wasser ging dann noch eine Gratis-Laser-Film-Wasser-Feuerwerks-Show ab...
Was schlussendlich zu einer kompleten Reizüberflutung führte.

Mit dem Bus sind wir dann zu der zweiten grossen Stadt auf diesem Flecken Land gefahren Kuala Lumpur. Vor lauter „überstürztem“ abreisen in Australien hatten wir eigentlich bisher null Plan, was wir in Asien eigentlich machen wollen. Klar Singapur, Kuala Lumpur – aber danach? Malaysia, wohin? Kambodscha, wohin? Vietnam, wohin? Eine erste Planung- und Internetsession ergab dann, dass wir Malaysia und Kambodscha auslassen (müssen) und uns auf Laos, Vietnam fokussieren wollen. Obwohl uns von einem Kollegen wunderschöne Bilder von Malaysia zugespielt wurden. Aber im Reiseleben muss man auch lernen loslassen zu können :-).

Übernachtet haben wir in einem Regenwald, kein Witz mitten in der Stadt war ein Hostel, ganz gut gelegen, heimelig und mit ein paar Pflanzen. Kuala Lumpur ist im Gegensatz zu Singapur irgendwie interessanter, nicht so geordnet, nicht so sauber, mehr asiatisch und es läuft vor allem was. Von anderen Leuten haben wir gehört, dass es in KL ein Einkaufszentrum geben soll, durch das eine Achterbahn fährt… das wollten wir sehen. Es war in der „Time Square“ nicht etwa ein Platz sondern besagte Mall, ein kompletter Freizeitpark ist da drin, Wahnsinn. Ohne viel Planung sind wir an der zentralen Moschee vorbei gekommen, welche auch Touristen zugänglich ist. Mit den entsprechenden Umhängen fühlten wir uns nicht so als „Störenfriede“. Ich habe selten so eine einfache, klare und dennoch imposante Architektur gesehen.
Ja so könnte das West Side in Bern mit etwas mehr Gigantismus auch aussehen.
Die Spieljeton sehen aus wie für den Freizeitpark, sind aber für den ÖV.
Bei der Nationalen Moschee gings dann ans verhüllen der weiblichen Reize von Jacelyne.
(Ja und ich hatte 1.2cm zu kurze Hosen ...tsss)
Selbst die (Bahnhof)uhr ist hier in arabischen Zeichen.
Zur Feier des Tages leisteten wir uns dann wieder eine kleine Knipse mit hundert Spielereien.
...unsere alte ist ja in Neuseeland auf E-Bay versteigert worden ;-)
Mittags kammen wir zum Doughnutsessen, klar wer kann da schon nein sagen.
Der lang ersehnte Blick an den echt imposanten Türmen hoch. Grad gäbig zum abstütze!

Batu Caves, 272 Stufen zu einer eigentlch hässlichen Hölle, das Spektakel bestand mehr in ...

...diesen schlitzohrigen Affen, eine Plage hier, die mit allen Mittel versuchten den Touristen ihre Snacks zu klauen.

Das Wahrzeichen von Kuala Lumpur, die Petronas Twin-Towers sparen wir uns, zu deren Eintritt sind nur begrenzt Tickets verfügbar und für die hätten wir uns am Morgen 6.30Uhr in die Schlange stellen sollen. Somit wollen wir aber auf den Fernsehturm, wir liefen uns die Beine in den Bauch bis wir die Zugangsstrasse fanden, mit einem Taxi liessen wir uns das letzte Stück die Serpentinen hochkutschieren (300m Weg vielleicht …hehe ;-) Oben bot sich echt ein toller Anblick. Zudem gab es kostenlose, kleine tragbare Info-Bildschirme, die ein Video abspielen, auf dem erklärt wird, was in dem jeweiligen Fenster unter uns zu sehen ist. Wer sich krümmen will vor Lachen sollte sich das Video auf Deutsch anhören, mit genialstem Akzent aller Zeiten. Doch Respekt wo in der Schweiz gibt es Malaysische Touristeninfos?? Am letzten Abend tingelten wir dann noch in die Skybar, wie der Name sagt, eine Bar im 55 Stock mit genialer Sicht auf die Twin-Towers. Die Türme bei Nacht sind die faszinierendsten Gebäude, die wir je so beleuchtet gesehen haben, wie Diamanten. Auch die Bar hat’s in sich! Nach endlosem Margarita überhörten wir auch den grottenschlechten DJ und genossen den letzten Abend. Am nächsten Morgen geht es bereits um 5.00Uhr Richtung Flughafen nach Vientiane, der Hauptstadt von Laos.

Eingang zur Petaling Street, in der Abends der Nachtmarkt von Chinatown tobt. Tagsüber eine ganz normale Strasse, sonst müssten auch die ganzen Hotels und Restaurants hier mit dem Handkarren versorgt werden.
Abendstimmung über Kuala Lumpur, mit Blick auf das Wahrzeichen.

...und weils so schön ist, dieses Bild mal ein bisschen grösser...

Bei diesen Drinks sinnierten wir über Kuala Lumpur und fragten uns wie viele Seiten diese Stadt wohl noch zu bieten hätte.

3 Kommentare:

  1. Chrigel
    Hab dich vorgewarnt! Der DJ in der Skybar war schon vor einem Jahr eine absolute Katastrophe. Unverschämt solch ein Plattenleger in einer dermassen fantastischen Location. Ein Glück gabs Margaritas...
    hasta luego hombre
    Bidu

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  2. Hey zämu! Wohuuu, das geit ja richtig ab in diesen Städten. gseht fantastisch üs di Gebäude. Aber am bestu gfallt mer das Bild mit ewu vermummtu Chitlä, mich hauts:O)Sitzu übrigens gad vor dum TV und GENAU JETZT isch der 1. Match durch...Chris chasch jublu, 1:0 fer dini Favoritu...Munzini

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  3. Hallo ihr zwei Reisenden (Modisch Vermummten)
    Ihr seid schnell unterwegs, Australien, Singapur, Kuala Lumpur.Vientiane Laos, das sagt mir etwas. Meiner Freundins Schwiegertochter kommt von da. Aber wahrscheinlich seid ihr schon in Vietnam. Eindrücklich die Fotos und Kommentare von überall.
    Häbets guet.
    Liebe Grüsse aus der kalten Schweiz, der Chasseral wieder ganz weiss.
    Hanni und Götti Franz

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